Notstrombeleuchtung

Kurzdefinition

Notstrombeleuchtung bezeichnet Beleuchtungssysteme, die bei Ausfall der regulären Stromversorgung weiter betrieben werden. Sie stellt sicher, dass Orientierung, Sicherheit und geordnete Abläufe auch dann erhalten bleiben, wenn die Allgemeinbeleuchtung ausfällt.

Wozu Notstrombeleuchtung eingesetzt wird

Notstrombeleuchtung wird überall dort eingesetzt, wo Personen bei Stromausfall nicht im Dunkeln stehen dürfen. Das betrifft insbesondere Versammlungsstätten wie Theater, Kinos, Stadthallen, Auditorien und Tribünen. In diesen Bereichen sind gedimmte Lichtverhältnisse üblich. Ein vollständiger Lichtausfall würde ein erhebliches Risiko darstellen.

Abgrenzung zur Sicherheitsbeleuchtung

Notstrombeleuchtung beschreibt die Energieversorgung.
Sicherheitsbeleuchtung beschreibt die Funktion.

Eine Sicherheitsbeleuchtung benötigt immer eine Notstromversorgung. Nicht jede Notstrombeleuchtung erfüllt automatisch sicherheitsrelevante Aufgaben. Entscheidend ist, welche Bereiche versorgt werden und welche Funktion im Notfall gewährleistet bleibt.

Typische Versorgungsarten

Notstrombeleuchtung kann auf unterschiedliche Weise realisiert werden.

Dezentrale Versorgung

Die Energiequelle ist direkt in der Leuchte integriert. Diese Lösung eignet sich für kleinere Anlagen oder punktuelle Nachrüstungen.

Zentrale Versorgung

Mehrere Leuchten werden von einer zentralen Energiequelle versorgt. Diese Variante wird häufig in größeren Gebäuden eingesetzt und erlaubt eine zentrale Überwachung.

Welche Lösung sinnvoll ist, hängt von Gebäudegröße, Nutzung und Wartungskonzept ab.

Notstrombeleuchtung in Versammlungsstätten

In Versammlungsstätten ist Notstrombeleuchtung besonders relevant. Hohe Personenzahlen, Stufen, Gänge und wechselnde Lichtstimmungen erhöhen das Risiko bei Stromausfall. Die Notstrombeleuchtung muss sofort wirksam werden und darf nicht von Steuerungen, Szenen oder externen Systemen abhängig sein.

Wichtig ist, dass die Orientierung erhalten bleibt. Das betrifft nicht nur Fluchtwege, sondern auch Stufen, Podeste und Übergänge.

Verbindung zur Stufenbeleuchtung

Stufenbeleuchtung ist häufig an die Notstromversorgung angebunden. Das gilt immer dann, wenn Stufen Bestandteil von Rettungswegen sind oder bei Dunkelheit ein erhöhtes Sturzrisiko besteht. In diesem Fall muss die Stufenbeleuchtung auch bei Stromausfall automatisch aktiv bleiben.

Eine nachträgliche Anbindung an Notstrom erfordert sorgfältige Planung. Bestehende Steuerungen und Verkabelungen müssen dabei berücksichtigt werden.

Planung und Ausfallsicherheit

Bei der Planung von Notstrombeleuchtung zählt nicht nur die Energiequelle. Entscheidend ist das Gesamtsystem. Der Ausfall einzelner Komponenten darf nicht dazu führen, dass komplette Bereiche dunkel werden. Die Anlage muss so aufgebaut sein, dass sie auch bei Teilstörungen ihre Aufgabe erfüllt.

Ebenso wichtig ist die klare Priorisierung. Komfortfunktionen dürfen die Notstromfunktion nicht beeinträchtigen.

Betrieb und Verantwortung

Notstrombeleuchtung ist ein sicherheitsrelevantes System. Sie muss regelmäßig geprüft und instand gehalten werden. Betreiber tragen die Verantwortung dafür, dass die Anlage im Ernstfall funktioniert. Dazu gehören dokumentierte Prüfungen, klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Unterlagen.

Einordnung aus der Praxis

In der Praxis entstehen Probleme häufig nicht durch fehlende Notstromversorgung, sondern durch unklare Systemgrenzen. Wenn Komfortsteuerung, Szenenlicht und Notstrom nicht sauber getrennt sind, entstehen Risiken. Eine klare Struktur ist daher entscheidend.

Weiterführend

Weitere Hinweise zur normgerechten Planung findest du auf der Fachseite
Stufenbeleuchtung in Versammlungsstätten – Vorschriften und Planung