Sanierung einer vollständig vergossenen Stufenbeleuchtung im Theater Heidelberg
Revision einer nicht wartbaren, mit Epoxid vergossenen Stufenbeleuchtung im Parkettbereich des Theaters Heidelberg. Entfernung des Vergusses unter Erhalt der bestehenden Verkabelung sowie Umstellung auf ein dimmbares, notstromfähiges LED-System. Seit 2019 störungsfreier Betrieb bei rund 280 Laufmetern.
Projektübersicht
Projektart: Sanierung / Revision
Objekt: Theater Heidelberg – Parkettbereich
Umfang: ca. 280 Laufmeter
Inbetriebnahme: 2019
Besonderheit: vollständig vergossene Leuchtanlage mit eingebetteten Anschlussleitungen
Ausgangssituation
Im Zuge eines Bauabschnitts im Parkettbereich wurde in die Trittstufen eine schmale Nut gefräst. In diese Nut wurde ein Leuchtmittel eingelegt und vollständig mit Epoxidharz vergossen.
Die ursprüngliche Ausführung erfolgte nicht durch uns.
Nach kurzer Betriebszeit kam es wiederholt zu Störungen. Eine Wartung war konstruktiv nicht vorgesehen, da sowohl das Leuchtmittel als auch die Anschlusskabel vollständig im Vergussmaterial eingebettet waren. Das Epoxidharz war zudem in die Kabeldurchführungen gelaufen, wodurch ein Nachziehen der Leitungen nicht mehr möglich war.
Die Anlage war faktisch nicht revisionierbar.
Wir wurden hinzugezogen, um die Situation technisch zu bewerten und eine dauerhaft funktionierende Lösung zu entwickeln.
Technische Herausforderung
Ein einfaches Ausfräsen des Vergusses war nicht möglich. Die Anschlusskabel lagen im Epoxid und mussten zwingend erhalten bleiben, da eine Neuverlegung nicht realisierbar war.
Ein unkontrolliertes Fräsen hätte die bestehende Infrastruktur zerstört.
Zusätzlich waren einzelne Stufen bis zu 12 Meter lang und lediglich einseitig eingespeist. Eine stabile und homogene Lichtverteilung über diese Länge stellte besondere Anforderungen an das LED-System.

Entwicklung eines geeigneten LED-Systems
Aufgrund der Stufenlängen von bis zu 12 Metern mit nur einer Einspeisung kam kein Standard-LED-Band in Frage.
Zum Einsatz kam ein LED-System mit:
• reduzierter Leistungsaufnahme über die gesamte Länge
• hoher LED-Dichte für ein homogenes Lichtbild
• stabiler Spannungsführung ohne sichtbaren Helligkeitsabfall
Das Ergebnis ist eine durchgängige, blendfreie Lichtlinie im Parkettbereich.
Umsetzung
Präzises Entfernen des Epoxidvergusses
Der komplette Verguss wurde über die gesamte Breite kontrolliert ausgefräst. Dabei wurden die Anschlusskabel vorsichtig freigelegt, gereinigt und für die weitere Nutzung vorbereitet.
Ziel war der vollständige Erhalt der bestehenden Verkabelung.



Herstellung einer neuen, revisionierbaren Nut
Nach Entfernung des Vergusses wurde eine neue Nutgeometrie hergestellt. Diese wurde so ausgelegt, dass ein LED-Band sowie ein eigens angefertigter Kunststoffblock als mechanischer Schutz eingesetzt werden konnten.
Die Konstruktion erlaubt heute einen Austausch einzelner Segmente ohne Eingriff in die Bausubstanz.
Umstellung der Systemtechnik
Die vorhandenen Inverter für die ursprünglichen Leuchtfolien wurden ersetzt durch:
• DMX-Dimmer
• notstromfähige Netzteile
Damit konnte die Helligkeit exakt an die Anforderungen des Saals angepasst und eine sichere Funktion im Notbetrieb gewährleistet werden.
Ergebnis
Die Anlage wurde 2019 in Betrieb genommen. Seitdem läuft sie störungsfrei.
Lediglich ein einzelnes Segment innerhalb eines LED-Streifens musste ausgetauscht werden. Durch die nun vorhandene Revisionierbarkeit war dies ohne größeren Eingriff möglich.






Einordnung
Stufenbeleuchtung in Versammlungsstätten muss nicht nur optisch integriert, sondern langfristig wartbar und technisch durchdacht ausgeführt sein.
Vergossene Systeme ohne Revisionsmöglichkeit führen im Störungsfall zu erheblichen Eingriffen in die Bausubstanz.
Durch die Umstellung auf eine klar strukturierte, dimmbare und notstromfähige Lösung konnte im Theater Heidelberg eine dauerhaft stabile und betriebssichere Anlage geschaffen werden.
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