Historischer Zuschauerraum im Schlosstheater Schwetzingen
Fallstudie · Schlosstheater Schwetzingen

Stufenbeleuchtung im historischen Schlosstheater Schwetzingen.

Weiße Markierungen sollten durch eine aktive, zurückhaltende Lichtlinie ersetzt werden – mit möglichst kleinen Eingriffen in historische Holzstufen, begrenzten Kabelwegen und ohne zentrale Steuerungsstelle.

15 × 12 mmPOM-Nutmaß in den Holzstufen
dezentralNetzteile und Dimmer je Stufeneinheit
Funkzentrale Bedienung ohne zentrale Steuerungsstelle
Bestandminimale Eingriffe in historische Substanz
Ausgangssituation

Die Stufe war markiert. Im abgedunkelten Betrieb fehlte trotzdem die gewünschte Lichtwirkung.

Vor der Nachrüstung wurden die Holzstufen mit weißem Tape kenntlich gemacht. Das war optisch eine Übergangslösung und erreichte im dunklen Theaterraum nicht die gewünschte Wirkung.

Gesucht war deshalb keine auffällige Standardleuchte, sondern eine integrierte Lichtlinie, die die Stufen klarer erkennbar macht und den historischen Raum möglichst wenig verändert.

BestandHistorische Holzstufen mit unterschiedlichen Maßen und Unterkonstruktionen.
EinbauKeine sichtbaren Aufbauprofile; die Lichtlinie sollte innerhalb der Trittkante liegen.
VerkabelungLeitungswege mussten an die vorhandene Bausubstanz angepasst werden.
SteuerungFür eine klassische zentrale Steuerungsstelle war kein geeigneter Platz vorhanden.
Vorher / Nachher

Von der weißen Markierung zur integrierten Lichtlinie.

Holzstufen im Schlosstheater Schwetzingen vor der Nachrüstung
Vorher: Die vorhandene Kennzeichnung arbeitete ohne aktive Lichtwirkung.
Nachgerüstete POM-Einbauleuchten in den Holzstufen des Schlosstheaters Schwetzingen
Nachher: Lineare POM-Lichtlinien markieren die Stufen, ohne als aufgesetztes Bauteil in Erscheinung zu treten.
Die eigentliche Herausforderung

Historische Substanz lässt sich nicht auf ein Standardmaß bringen.

Nahezu jede Stufe und jeder Unterbau musste vor Ort einzeln betrachtet werden. Die technische Lösung musste sich an den Bestand anpassen – nicht der Bestand an eine serienmäßige Leuchte.

01
Ungleiche GeometrieStandardlängen und wiederholbare Einbausituationen waren nur eingeschränkt möglich.
02
Minimale FräsungDie Nut wurde innerhalb der Trittkante angeordnet, damit keine sichtbaren Aufbauprofile nötig werden.
03
Begrenzte KabelwegeLeitungen konnten nicht beliebig durch die historische Konstruktion geführt werden.
04
Keine ZentraleNetzteile und Dimmer mussten kompakt und dezentral an den Stufeneinheiten untergebracht werden.
Der entscheidende Punkt: Die Lichtlinie war nur ein Teil der Aufgabe. Ebenso wichtig waren Fräsmaß, Kabelweg, Versorgung und Bedienung im realen Bestand.
Einbau in die Holzstufe

POM 15 × 12 mm: eine Lichtlinie, die in der Stufe verschwindet.

Gewählt wurde das POM-Einbauprofil mit einem Nutmaß von 15 mm Breite und 12 mm Tiefe. In Kombination mit einem schmalen LED-Streifen mit geringer Leistungsaufnahme entsteht eine feine, lineare Lichtwirkung ohne aufgesetztes Aluminiumprofil.

Die Fräspositionen wurden vor Ort an die tatsächliche Geometrie angepasst. Gerade bei historischen Holzstufen entscheidet diese Detailarbeit darüber, ob die Nachrüstung integriert wirkt oder später wie ein Fremdkörper erscheint.

Nutmaß15 mm breit × 12 mm tief.
LichtquelleSchmaler LED-Streifen mit geringer Leistungsaufnahme.
PositionFräsung innerhalb der Trittkante der Holzstufen.
MontageJede Einbausituation wurde vor Ort geprüft und angepasst.
Fräsarbeiten für POM-Einbauleuchten in historischen Holzstufen
Die Nutfräsungen wurden an den realen Stufenaufbau angepasst – nicht nach einem theoretischen Wiederholungsmaß.
Fräsung und Leitungsführung für die Stufenbeleuchtung im Schlosstheater Schwetzingen
Fräsung und Leitungsführung mussten mit dem vorhandenen Aufbau der historischen Stufen zusammenspielen.
Dezentrale Systemtechnik

Wenn kein Platz für eine zentrale Steuerung vorhanden ist, wird die Technik verteilt.

Die Spannungsversorgung wurde zu großen Teilen über die vorhandenen Einbauleuchten bzw. deren Versorgungspunkte aufgenommen. Für die Stufeneinheiten wurden kompakte Netzteile und Dimmer vorgesehen.

Trotz des dezentralen Aufbaus lässt sich die Beleuchtung zentral per Funk bedienen. So mussten keine zusätzlichen umfangreichen Steuerleitungen durch die historische Substanz geführt werden.

01
Vorhandene Versorgung nutzenBestehende Einbaupositionen wurden technisch in die neue Lösung einbezogen.
02
Technik kompakt verteilenNetzteile und Dimmer wurden dezentral an den relevanten Stufeneinheiten vorgesehen.
03
Zentral per Funk bedienenDie dezentrale Technik bleibt für den Nutzer als zusammenhängende Anlage steuerbar.
Umsetzung vor Ort

Fräsen, einbauen, testen – und bei jeder Stufe neu auf den Bestand reagieren.

Die Umsetzung war kein reiner Serienablauf. Stufenmaße, Unterbau, Einbautiefe und Kabelwege wurden vor Ort kontrolliert und bei Bedarf angepasst. Anschließend wurde die Lichtwirkung im eingebauten Zustand getestet und auf den abgedunkelten Theaterbetrieb abgestimmt.

Projektfakten

Die Technik hinter der historischen Nachrüstung.

Das Projekt zeigt, wie Einbauleuchte, Fräsung, vorhandene Versorgung und dezentrale Steuerung zusammen gedacht werden müssen, wenn eine historische Konstruktion möglichst wenig verändert werden soll.

SystemPOM-Einbauprofil
Nut15 × 12 mm
LEDschmaler LED-Streifen
Versorgungteilweise über vorhandene Einbaupunkte
Steuerungdezentrale Dimmer
Bedienungzentrale Funkfernbedienung
Bei historischem Bestand ist nicht die auffälligste Technik die beste – sondern die Lösung, die ihre Funktion erfüllt, ohne den Raum unnötig zu verändern.
Das Ergebnis

Aktive Stufenbeleuchtung statt provisorischer Markierung – ohne sichtbare Standardlösung.

Die Stufen werden nun durch lineare Einbauleuchten kenntlich gemacht. Die POM-Lichtlinien liegen in den Holzstufen, die technische Versorgung ist dezentral verteilt und die Bedienung bleibt zentral über Funk möglich.

Damit wurde die vorhandene Situation funktional verbessert, ohne aufgesetzte Profile, große zentrale Steuerkästen oder unnötig invasive Kabelwege in den Vordergrund zu rücken.

Architektur respektiertDie Lichtlinie fügt sich in die historischen Holzstufen ein.
Bestand genutztVorhandene Versorgungspunkte konnten in die neue Lösung einbezogen werden.
Technik verteiltKompakte Netzteil- und Dimmertechnik ersetzt die fehlende zentrale Steuerungsstelle.
Bedienung zusammengeführtDie Anlage bleibt trotz dezentraler Technik zentral per Funk steuerbar.
FAQ

Häufige Fragen zum Schlosstheater Schwetzingen.

Welches Einbauprofil wurde verwendet?

Eingesetzt wurde ein POM-Einbauprofil mit einem Nutmaß von 15 mm Breite und 12 mm Tiefe.

Warum wurden keine aufgesetzten Stufenprofile verwendet?

Die Nachrüstung sollte sich möglichst zurückhaltend in die historischen Holzstufen einfügen. Deshalb wurde eine eingefräste POM-Lichtlinie gewählt.

Wie wurde die Anlage mit Spannung versorgt?

Die Spannungsversorgung wurde zu großen Teilen über vorhandene Einbauleuchten beziehungsweise vorhandene Versorgungspunkte aufgenommen und dezentral neu aufgebaut.

Warum wurde die Steuerung dezentral aufgebaut?

Für eine klassische zentrale Steuerungsstelle stand kein geeigneter Platz zur Verfügung. Deshalb wurden kompakte Netzteile und Dimmer an den Stufeneinheiten vorgesehen.

Wie wird die Beleuchtung bedient?

Die dezentrale Anlage kann zentral über eine Funkfernbedienung bedient und gedimmt werden.

Mussten die Stufen individuell angepasst werden?

Ja. Nahezu keine Stufe war maßgleich. Fräspositionen, Einbautiefen und Kabelwege wurden deshalb vor Ort an die tatsächliche Situation angepasst.

Historischer Bestand

Stufenbeleuchtung nachrüsten, ohne den Raum unnötig zu verändern?

Senden Sie uns Fotos, einen Grundriss oder eine kurze Beschreibung der vorhandenen Stufen. Wir prüfen Einbau, Kabelwege, Versorgung und eine passende Steuerung gemeinsam mit Ihnen.