Handbuch StufenbeleuchtungPlanung und Technik für professionelle Anlagen.
Planung, Aufmaß, LED-Stufenprofile, 24-V-Technik, Verkabelung, DMX, DALI, Notbetrieb, Montage und Dokumentation – verständlich für Planer, Elektrofachbetriebe und Betreiber.
Wo stehen Sie gerade?
Sie müssen nicht das ganze Handbuch von vorne bis hinten lesen. Starten Sie dort, wo Ihre Aufgabe gerade steht.
Funktion vor Produkt. Erst klären, was die Stufe im Raum leisten soll. Danach werden Einbauart, Lichtwirkung, Versorgung und Steuerung festgelegt.
Technik verstehen, ohne aus jedem Projekt eine Wissenschaft zu machen.
Stufenbeleuchtung wirkt am Ende einfach: Eine Stufe ist sichtbar. Technisch hängen daran aber Einbau, Lichtwirkung, Leitungslängen, Stromkreise, Dimmung, Steuerung und gegebenenfalls eine Schnittstelle zum Not- oder Sicherheitskonzept. Dieses Handbuch erklärt genau diese Zusammenhänge.
Funktion zuerst klären.
Die wichtigste Frage lautet nicht „welches Profil?“, sondern „welche Aufgabe soll die Beleuchtung in diesem Bereich übernehmen?“
| Begriff | Was damit gemeint ist | Wichtig für die Planung |
|---|---|---|
| Stufenbeleuchtung | Macht Stufen, Trittkanten oder angrenzende Flächen im normalen Betrieb besser erkennbar. | Lichtwirkung, Blendung, Dimmung, Einbau und Bedienung auf die Nutzung des Raums abstimmen. |
| Notstromfähige Stufenbeleuchtung | Kann bei Ausfall der normalen Versorgung über eine vorgesehene Ersatz- oder Sicherheitsstromquelle weiter betrieben werden. | Umschaltung, Betriebszustand, Versorgung und Schnittstellen müssen eindeutig festgelegt sein. |
| Sicherheitsbeleuchtung | Übernimmt eine definierte sicherheitsrelevante Funktion bei Ausfall der allgemeinen Beleuchtung. | Die Anforderungen ergeben sich aus dem konkreten Objekt, dem geltenden Recht, dem Sicherheits-/Brandschutzkonzept und den anzuwendenden Normen. |
Ein LED-Stufenprofil kann technisch weiterleuchten, wenn die Normalversorgung ausfällt. Ob es damit Teil einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage ist, entscheidet das Gesamtkonzept – nicht das Produkt allein.
Die Muster-Versammlungsstättenverordnung fordert für Versammlungsstätten Sicherheitsbeleuchtung, damit sich Besucher, Mitwirkende und Beschäftigte auch bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung orientieren können. Stufengänge werden dort zusätzlich als eigener baulicher Bereich geregelt. Daraus folgt aber nicht, dass jedes LED-Stufenprofil automatisch eine Sicherheitsleuchte ist. Außerdem ist die MVStättVO eine Musterregelung ohne unmittelbare Rechtswirkung; maßgeblich sind das jeweilige Landesrecht, die genehmigte Planung und die projektspezifische Bewertung.
Lichtwirkung: sichtbar, aber nicht störend.
In Theater, Kino und Hörsaal ist nicht möglichst viel Licht das Ziel. Entscheidend ist, dass die Stufe unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen gut wahrnehmbar bleibt.
Wo soll das Licht austreten?
Direkt an der Trittkante, zusätzlich auf die Trittfläche oder möglichst bündig aus der Oberfläche. Die Lichtwirkung bestimmt die Systemwahl stärker als die reine Profilform.
Wie dunkel ist der reale Betrieb?
Vorstellung, Projektion, Einlass und Reinigung können völlig unterschiedliche Lichtzustände haben. Die Stufenbeleuchtung sollte für diese Betriebsarten abgestimmt werden.
Was macht der Bodenbelag?
Dunkler Teppich, Holz, Beton oder helle Oberflächen reflektieren unterschiedlich. Die gleiche Leuchte kann deshalb in zwei Räumen deutlich anders wirken.
Wo sitzt und läuft der Betrachter?
Direkte Sicht auf die Lichtquelle kann störend sein. Blickrichtung, Stufenhöhe, Sitzreihen und seitliche Aufgänge gehören deshalb zur Bemusterung.
Ein Wert wie 10 %, 20 % oder 50 % ist nicht zwischen verschiedenen Dimmern, LED-Bestückungen, Covern und Räumen übertragbar. Den Betriebswert besser unter realen Lichtbedingungen festlegen und anschließend dokumentieren.
Bei den monochromen Bissinger-Lights-Systemen sind je nach Produkt und Projekt unter anderem 2700 K, 3000 K und 4000 K verfügbar. Farbige Cover, RGB oder andere Lichtwirkungen werden gegen das konkrete Produkt und die gewünschte Steuerung geprüft. Für Ausschreibungen gilt: Lichtfarbe und Cover nicht aus einer alten Unterlage übernehmen, sondern gegen den aktuellen Produktstand freigeben.
Profile und Einbauart passend zur Stufe wählen.
Die Systeme unterscheiden sich vor allem durch Lichtaustritt, Einbauart, Bodenbelag und verfügbaren Bauraum. Die Übersicht ist eine Auswahlhilfe, kein Ersatz für das aktuelle Datenblatt.
| System | Lichtwirkung | Typische Einbausituation | Planungspunkt |
|---|---|---|---|
| SL1 | Klare Lichtlinie an der Trittkante | Aufbau auf geeigneter bestehender oder neuer Stufe | Wenn eine direkte Kantenmarkierung genügt. |
| SL2 | Trittkante plus zusätzliche Wirkung auf die Trittfläche | Aufbauprofil, besonders bei dunkleren Belägen interessant | Zwei Lichtzonen gemeinsam oder projektbezogen getrennt planen. |
| SLR | Kante plus Trittflächenwirkung | In Verbindung mit Bodenbelag; robuste Gummieinlage | Bodenaufbau und Aussparung früh mit dem Ausbau abstimmen. |
| SLD | Licht gezielt nach unten | Aufbau oder Teileinbau bei zurückhaltender Optik | Befestigung, LED-Bestückung und Bauraum projektbezogen freigeben. |
| BL | Schmale lineare Kantenlösung | Wenig Bauraum, Radien und besondere Bestandsfälle | Abmessungen und LED-Ausführung vor Ausschreibung aktuell prüfen. |
| POM 15×12 | Sehr reduzierte, flächenbündige Lichtlinie | Vorbereitete Nut in Holz, Parkett, Podest oder Stufe | Standardrahmen 15 mm breit / 12 mm tief; Materialaufbau und Fräsung vorab prüfen. |
Leistung, LED-Bestückung, Anschlussseite, Cover, Gehrung und Befestigung können sich je Produkt und Projekt unterscheiden. Für Fertigung und Ausschreibung zählt deshalb immer die aktuelle Produktunterlage beziehungsweise die Projektfreigabe.
Aufmaß: Fertigmaß und Bauzustand auseinanderhalten.
Ein Rohbaumaß ist nicht automatisch ein Fertigungsmaß. Bodenaufbau, Belag, Enddetails und Toleranzen müssen vor der Produktion eindeutig sein.
- Stufen einzeln oder eindeutig gruppiert erfassen. Nur Maße zusammenfassen, wenn wirklich nachgewiesen ist, dass die Stufen gleich sind.
- Fertigen Zustand definieren. Wird im Rohbau gemessen, Bodenaufbau und spätere Oberflächen nachvollziehbar mit dokumentieren.
- Geometrie festhalten. Gerade Stufen, Podeste, Winkel, Gehrungen, Radien und Anschlüsse an Wände oder Wangen fotografieren.
- Kabelseite eindeutig beschreiben. „Links“ und „rechts“ nur zusammen mit einer festgelegten Blickrichtung verwenden.
- Kabelauslass und Anschlussraum prüfen. Vor Fertigung festlegen, wo Leitung und Verbindung tatsächlich Platz haben.
- Bodenbelag benennen. Material, Stärke und Aufbau beeinflussen insbesondere integrierte Profile und Einbauleuchten.
- Übersicht plus Detailfotos erstellen. Ein Bild des gesamten Aufgangs und Detailbilder der Kante sind meist hilfreicher als viele unbeschriftete Einzelbilder.
Solche Maße sind produkt- und einbaubezogen. Vor Fertigung und Montage gelten die freigegebene Zeichnung, das aktuelle Datenblatt und die projektspezifische Montageunterlage.
24-V-Versorgung und Leistung sauber rechnen.
Bei Konstantspannungs-LED-Systemen sind Leistung, Strom, Leitungslänge und Spannungsfall direkt miteinander verknüpft.
Leistung
P = U × I
Aus Gesamtleistung und Betriebsspannung ergibt sich der Strom des jeweiligen Lastkreises.
Warum 24 V?
Bei gleicher elektrischer Leistung fließt bei 24 V nur halb so viel Strom wie bei 12 V. Das entlastet Leitungen und hilft bei längeren Wegen.
Nicht auf Kante auslegen
Last, Temperatur, Einbausituation und Vorgaben des Netzteilherstellers berücksichtigen. Eine starre Reserve in Prozent ist keine universelle Regel.
Für die Berechnung wird nicht die gesamte Anlage gedanklich in einen einzigen Stromkreis gepackt. Sinnvoll ist, die tatsächlichen Lastgruppen zu betrachten: Welche Profile hängen an welchem Ausgang? Welche Leitungslänge gehört zu diesem Ausgang? Welche Kanäle können gleichzeitig mit voller Last betrieben werden?
RGB-Systeme können eine deutlich höhere Gesamtleistung haben als eine dezente monochrome Lichtlinie. Bei gemeinsamem Plusleiter muss außerdem der mögliche Summenstrom dieses Leiters berücksichtigt werden. Entscheidend sind die aktuellen Produktdaten und die konkrete Schaltung.
Netzteile, Dimmer und Verteiler sollten trocken, ausreichend belüftet und für Wartung erreichbar angeordnet werden. Netzspannungsanschlüsse und die elektrische Installation gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
Verkabelung: parallele Lastgruppen statt langer Lastkette.
Die Stufen werden als Konstantspannungs-Verbraucher in definierten Gruppen versorgt. Ein unkontrolliertes Durchschleifen über LED-Bänder und viele Stufen macht Last und Spannungsfall unnötig schwer beherrschbar.
Lastgruppen bilden
- Abgänge nach Leistung und Leitungslänge dimensionieren
- Stromkreise eindeutig kennzeichnen
- Verbindungen zugänglich oder definiert demontierbar halten
- bei großen Anlagen mehrere Einspeisepunkte prüfen
Kann sinnvoll sein – ist aber keine pauschale Vorschrift.
Gerade und ungerade Stufen auf getrennte Kreise zu legen kann Last, Fehlersuche und Wartung verbessern. Ob diese Struktur sinnvoll ist, hängt von der Anlage und ihrem Betriebskonzept ab.
Die Formel gilt als vereinfachte Gleichstrom-Betrachtung für einen zweipoligen Stromkreis. Der Faktor 2 berücksichtigt Hin- und Rückleiter. Bei RGB, mehreren Lichtzonen oder gemeinsamem Plusleiter müssen die tatsächlich belasteten Leiter und Ströme passend zur Schaltung betrachtet werden.
Die oft verwendete 3-%-Marke ist eine praktische Vorbemessungsgröße und wird auch im Bissinger-Lights-Rechner als Vergleich verwendet. Sie ist keine pauschal geltende zulässige Grenze für jede Stufenbeleuchtung. Entscheidend sind die Anforderungen des Gesamtsystems, die angeschlossenen Betriebsmittel und die elektrische Fachplanung.
Wenn der Spannungsfall zu groß wird, gibt es mehrere saubere Stellschrauben.
- Leiterquerschnitt passend erhöhen.
- Last auf mehrere Stromkreise verteilen.
- Netzteil, Dimmer oder Verteiler näher an die Last setzen.
- Bei langen Lichtlinien zusätzliche Einspeisepunkte vorsehen.
- Leistung und gleichzeitig aktive Kanäle korrekt statt pauschal ansetzen.
PWM, DMX und DALI nicht miteinander verwechseln.
PWM beschreibt die Art, wie eine passende DC-LED-Last gedimmt werden kann. DMX und DALI sind Steuerprotokolle, die einem Dimmer oder Betriebsgerät vorgeben, was es tun soll.
| Technik | Aufgabe | Typischer Einsatz | Wichtig |
|---|---|---|---|
| PWM | Dimmung einer geeigneten Konstantspannungs-LED-Last auf der DC-Seite. | Monochrom, mehrere Lichtzonen, RGB – abhängig vom Dimmer. | PWM ist kein Gebäude- oder Veranstaltungs-Bus. Dimmer und LED müssen elektrisch zusammenpassen. |
| DMX512-A | Digitales Steuersignal für Licht- und Veranstaltungstechnik. | Theater, Bühne, Showbetrieb und szenische Einbindung. | Bis zu 512 Nutzdaten-Slots pro Universum; professionelle Steckverbindungen typischerweise 5-pol-XLR. Linienführung und Terminierung fachgerecht ausführen. |
| DALI / DALI-2 | Digitaler Lichtsteuerbus mit Adressierung, Gruppen, Szenen und Rückmeldemöglichkeiten. | Gebäudeautomation und dauerhaft installierte Lichtanlagen. | Bus und LED-Leistungsseite getrennt denken. DALI-Busdaten und Busversorgung liegen auf demselben Aderpaar; die Polarität des Buspaares ist nicht festgelegt. |
Für szenische Steuerung schnell und direkt.
DMX512-A ist für Steuerdaten gedacht, nicht für die 24-V-Leistungsversorgung der Stufen. Passive Sternabzweige vermeiden; Abzweige bei Bedarf über geeignete aktive Splitter aufbauen. Das Linienende wird nach DMX-Planung terminiert.
Für Gebäudeautomation strukturiert adressierbar.
Ein DALI-2-Subnetz kann bis zu 64 Betriebsgeräte und 64 Steuergeräte adressieren. Die DALI Alliance nennt maximal 300 m Abstand zwischen den am weitesten voneinander entfernten Geräten. Nationale Installationsregeln, Busstrom und Herstellerangaben bleiben zusätzlich zu prüfen.
DT6 bezeichnet in IEC 62386 das Device Type 6 für LED-Betriebsgeräte; eine DALI-Kurzadresse steuert dabei einen Ausgang. DT8 ist das Device Type 8 für Farbsteuerung und kann mit einer Kurzadresse mehrere Ausgänge für Farb- oder Farbtemperatursteuerung zusammenfassen. Welche Variante für RGB oder Tunable White sinnvoll ist, hängt von den eingesetzten Betriebsgeräten und der übergeordneten Steuerung ab.
Vor Inbetriebnahme immer das Ausfallverhalten definieren.
- Was passiert bei Verlust des DMX-Signals?
- Was passiert bei DALI-Busfehler oder Ausfall des Controllers?
- Welche Helligkeit soll nach Netzwiederkehr gelten?
- Hat ein definierter Notbetrieb Vorrang vor der normalen Szenensteuerung?
- Welche Zustände müssen für Betreiber und Service dokumentiert sein?
Notbetrieb als Betriebszustand planen – nicht als Zusatzkästchen.
Bei einer Anlage mit Ersatz- oder Sicherheitsstromversorgung muss vorher klar sein, welche Funktion im Ausfallfall tatsächlich verlangt wird.
Ob und auf welchen Wert eine Stufenbeleuchtung im Ausfallfall geschaltet wird, ergibt sich aus dem konkreten Sicherheits- und Beleuchtungskonzept. Pauschale Aussagen wie „im Notfall immer 100 %“ sind fachlich nicht belastbar.
Diese Betriebszustände sollten im Projekt eindeutig beschrieben sein.
Einlass / Vorstellung / Projektion
Wer steuert? Welche Szenen oder Dimmwerte gelten? Darf die Anlage vollständig abgeschaltet werden?
Volle oder separate Betriebshelligkeit
Bedienweg und Zugriff so festlegen, dass der Betreiber nicht auf improvisierte Lösungen angewiesen ist.
Definierte Umschaltung
Versorgung, Priorität, Aktivierungslogik und gewünschter Lichtzustand müssen aufeinander abgestimmt werden.
Fallback statt dunkler Anlage
Bei sicherheitsrelevanter Einbindung muss auch geklärt sein, was bei Verlust von Bus, Controller oder Dimmer geschieht.
Soll eine Stufenbeleuchtung eine definierte Funktion innerhalb einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage übernehmen, müssen nicht nur die Leuchten betrachtet werden. Versorgung, Umschaltung, elektrische Installation, gegebenenfalls Überwachung, lichttechnischer Nachweis, Prüfung, Wartung und Dokumentation gehören zum Gesamtsystem.
Montage: erst zuordnen, dann bohren.
Bei maßgefertigten Profilen können Länge, Gehrung, Kabelseite und Sonderausführung voneinander abweichen. Die Zuordnung gehört deshalb vor die eigentliche Montage.
- Lieferung und Profil-ID abgleichen. Profiltyp, Stufe, Länge, Kabelseite, Gehrung und Sonderdetails prüfen.
- Trocken auflegen. Profil vor dem Bohren an der tatsächlichen Position anlegen und Endabstände, Auflage und Anschlussraum prüfen.
- Untergrund prüfen. Vor Bohrungen vorhandene Leitungen, Bewehrung, Abdichtungen und die Tragfähigkeit des Untergrunds berücksichtigen.
- Befestigung passend zum Produkt ausführen. Keine universellen Bohrbilder oder Befestigungsmittel auf andere Profile übertragen.
- Leitungen nicht quetschen. Kabel und Verbindungsstellen vollständig im vorgesehenen Raum führen und vor scharfen Kanten, Schrauben und mechanischer Belastung schützen.
- Profil nicht in Form zwingen. Liegt es nicht plan auf, Ursache klären statt mit hohem Drehmoment oder Gewalt zu montieren.
- Nach Montage prüfen. Befestigung, Endkappen, Kabelauslass, Abdeckung, elektrische Funktion und Lichtbild kontrollieren.
SLR, SLD, BL, POM und Sonderausführungen können zusätzliche oder abweichende Schritte erfordern. Das Handbuch beschreibt bewusst die Systemlogik und ersetzt keine produktbezogene Montageunterlage.
Mobile und steckbare Anlagen: Bewegung mitplanen.
Bei fahrbaren Tribünen, Podesten und Anstellstufen reicht eine elektrisch richtige Verbindung allein nicht. Steckvorgang, Bewegung und Wiederaufbau müssen ebenfalls funktionieren.
Leitung darf nicht zur Schwachstelle werden.
- geeignete flexible Leitung
- Zugentlastung und Biegeradius
- Schutz vor Quetschen und Scheuern
- Bewegungsweg oder Trennstelle eindeutig festlegen
Verwechslung konstruktiv vermeiden.
- Strom und DMX nicht über verwechslungsfähige, gleich belegte Steckstellen führen
- Polzahl, Codierung und Beschriftung eindeutig wählen
- Kontaktstrom und Leiterquerschnitt nach Steckverbinder-Datenblatt prüfen
- Steckzyklen und mechanische Belastung berücksichtigen
XLR kann in einzelnen Projekten auch für Kleinspannungs-Leistungsanschlüsse eingesetzt werden. Dann müssen Polzahl, Belegung und Kennzeichnung so gewählt werden, dass eine Verwechslung mit DMX oder Audio ausgeschlossen beziehungsweise zuverlässig vermieden wird. 230 V gehören nicht in solche LED-/DMX-XLR-Anschlüsse.
Inbetriebnahme: nicht nur „Licht geht“ prüfen.
Eine Anlage ist erst sauber übergeben, wenn mechanischer Zustand, elektrische Werte, Steuerung und Betriebszustände nachvollziehbar geprüft sind.
Profil und Kabel
Befestigung, Auflage, Endkappen, Abdeckungen, Kabelauslässe und Zugentlastung kontrollieren.
Unter realer Last messen
Spannung an relevanten Lastpunkten, Stromkreise, Polarität und Schutzmaßnahmen entsprechend der Fachplanung prüfen.
Im echten Dunkelzustand ansehen
Helligkeit, Gleichmäßigkeit, störende Direktansicht und dokumentierte Dimmwerte unter realer Nutzung beurteilen.
Adressen und Fallback
Startadressen, Kanäle, Szenen, Terminierung und Verhalten bei Signalverlust dokumentieren und testen.
Adressen, Gruppen, Szenen
Betriebsgeräte, Gruppen, Szenen und relevante Fehler-/Rückmeldungen nachvollziehbar dokumentieren.
Nur nach definiertem Konzept
Umschaltung, Priorität und geforderten Lichtzustand testen; bei Sicherheitsfunktion gelten zusätzlich die vorgesehenen Prüf- und Nachweisanforderungen.
Eine Stufenbeleuchtung, die bei Arbeitslicht gut aussieht, kann im Vorstellungs- oder Projektionsbetrieb zu hell, zu schwach oder störend wirken. Deshalb den finalen Betriebszustand im Raum testen und dokumentieren.
Ausschreibung und Dokumentation: Schnittstellen sichtbar machen.
Eine brauchbare Ausschreibung beschreibt nicht nur das Profil. Sie macht klar, wer für Licht, Leistung, Verkabelung, Steuerung, Notbetrieb und Montage zuständig ist.
Diese Angaben gehören mindestens in die technische Klärung.
- Funktion und Einsatzbereich: Raum, Stufenbereich und gewünschte Lichtwirkung.
- Produkt / Einbauart: Profilfamilie oder Einbauleuchte, Bodenbelag, Bauraum und Oberflächen.
- Längen und Anschlussseiten: Stückliste, Gehrungen, Enddetails und definierte Blickrichtung.
- Elektrische Daten: Betriebsspannung, aktuelle Leistungsdaten, Anzahl und Aufteilung der Lastkreise.
- Steuerung: einfache Dimmung, DMX, DALI, Gebäudeautomation oder projektspezifische Schnittstelle.
- Not-/Sicherheitsfunktion: nur so beschreiben, wie sie im genehmigten beziehungsweise abgestimmten Konzept tatsächlich gefordert ist.
- Kabelwege und Übergabepunkte: bauseitige Leistungen und Liefergrenzen eindeutig kennzeichnen.
- Prüfung und Dokumentation: festlegen, welche Unterlagen, Einstellwerte und Nachweise bei Übergabe benötigt werden.
Ein Profil kann technisch eindeutig beschrieben werden, ohne Netzteil, DALI/DMX, Sicherheitsstromversorgung oder Kabelquerschnitt pauschal mit festzuschreiben. Diese Punkte werden als eigene Positionen beziehungsweise Schnittstellen passend zum Projekt ergänzt.
Dokumentation, die später wirklich hilft.
- Stromlauf-/Anschlussübersicht
- Stromkreis- und Klemmenkennzeichnung
- DMX-Adressen oder DALI-Gruppen/Szenen
- Komponenten- und Datenblattliste
- dokumentierte Betriebs-/Fallback-Zustände
- projektbezogene Prüf- und Übergabeunterlagen
Wartbarkeit von Anfang an planen.
- Netzteile und Dimmer erreichbar anordnen
- Verbindungen eindeutig zuordnen
- Ersatzteile anhand Typ und Ausführung identifizierbar halten
- Änderungen nach Umbauten in der Dokumentation nachführen
Aktuelle Einordnung statt alter Pauschalaussagen.
Welche Regeln im konkreten Projekt gelten, hängt von Nutzung, Bundesland, Genehmigung, Brandschutz- und Sicherheitskonzept sowie der elektrischen Anlage ab. Die folgenden Quellen sind deshalb Ausgangspunkte für die Fachplanung – keine automatische Checkliste für jedes Gebäude.
Vor Ausschreibung, Ausführung und Abnahme immer prüfen, ob zwischenzeitlich eine neue Ausgabe, landesrechtliche Abweichung oder objektspezifische Vorgabe gilt.
Häufige Planungsfragen.
Ist 24 V für Stufenbeleuchtung vorgeschrieben?
Nein. 24 V DC ist bei Bissinger Lights der übliche Systemstandard. Die konkrete Betriebsspannung ist produkt- und projektbezogen festzulegen; einzelne Ausführungen können auch mit 12 V geplant werden.
Muss jede Stufe eine eigene Leitung bekommen?
Nein. Entscheidend sind sauber berechnete parallele Lastgruppen. Wie viele Stufen an einem Abgang zusammengefasst werden, hängt von Leistung, Leitungslänge, Querschnitt, Spannungsfall, Dimmerausgang und Wartungskonzept ab.
Wann ist DMX und wann DALI sinnvoll?
DMX passt häufig zu Theater- und Veranstaltungstechnik mit szenischer Steuerung. DALI passt häufig zu Gebäudeautomation mit adressierbaren Betriebsgeräten, Gruppen und Szenen. Die Entscheidung richtet sich nach der vorhandenen Infrastruktur und dem gewünschten Bedien- und Ausfallkonzept.
Ist eine notstromfähige Stufenbeleuchtung automatisch Sicherheitsbeleuchtung?
Nein. Eine alternative Versorgung ist nur ein Teil des Systems. Für eine Sicherheitsfunktion müssen die Anforderungen des konkreten Projekts an Versorgung, Umschaltung, Lichtwirkung, Prüfung, Wartung und Dokumentation erfüllt sein.
Welche Angaben reichen für eine erste technische Einschätzung?
Meist genügen Fotos oder ein Plan, Stufenanzahl, grobe Maße, Bodenbelag beziehungsweise Stufenaufbau sowie Angaben zu vorhandener Verkabelung, Steuerung und gewünschtem Betrieb. Offene Details können danach gezielt geklärt werden.
Foto, Plan oder Aufmaß reichen für den ersten technischen Blick.
Wir prüfen Einbausituation, Profilwahl, Verkabelung, Steuerung und mögliche Schnittstellen. Danach ist klar, welche Angaben noch fehlen – und welche nicht.